Das < rotor > Eingangsportal mit dem Plakatset von Roman Klug (Foto: < rotor >)

 

 

 

 


>> In der Schwebe <<
Eine gewisse – wenn auch ungewollte
– Akrobatik


Plakatprojekt
Start: Mai 2020

Ausstellung
Eröffnung: September 2020


 

Beteiligte Künstler*innen:
Veronika Hauer, Roman Klug, Zita Oberwalder, Keyvan Paydar,
Erwin Polanc, Christina Helena Romirer
, u.v.a.


Projektteam:
Margarethe Makovec, Anton Lederer, Markus Waitschacher,
Leonhard Rabensteiner,
unter Mitwirkung von
Birgit Kulterer (Sammlung der Stadt Graz/Kulturamt)


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Bis zum Herbst dieses Jahres präsentiert <rotor> im dreiwöchigen Wechsel Werke von Künstler*innen an beiden seiten des Eingangsportals. Dies ist zugleich der Auftakt für eine Ausstellung, die im September eröffnen wird. Daran werden neben den genannten Künstler*innen noch weitere Protagonist*innen der Grazer und steirischen Kunstszene teilnehmen. Darüber hinaus werden Arbeiten aus der Kunstsammlung der Stadt Graz in die Ausstellung einfließen.

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„In der Schwebe zu sein bedeutet, den Atem anzuhalten.
Und so aufmerksam wie möglich anzuschauen, was sich uns
in der Gegenwart der Dinge offenbart.“

Diese Formulierung bietet uns die französische Psychoanalytikerin und Philosophin Anne Dufourmantelle (1964-2017) in ihrem 2011 erschienen Buch Éloge du risque (dt. Lob des Risikos. Ein Plädoyer für das Ungewisse, 2018) an. In einem der kurzen Kapitel, übertitelt mit In der Schwebe spricht sie sich dafür aus, den Zwischenzustand selbst zu würdigen: „Die Schwebe ist kein Stillstand der Zeit vor einem Ereignis, sie ist das Ereignis selbst”.

Das erwähnte Buch von Anne Dufourmantelle ist eine der Inspirationsquellen für das hier vorgestellte Vorhaben. Sie bezieht sich in ihrem Text u.a. auf Seiltänzer und Trapezkünstler und auf deren Vermögen, den Moment „der aufs Seil gestützten Schwebe“ auszukosten. „Das Risiko der Schwebe verlangt“, so folgert Anne Dufourmantelle, „eine gewisse Akrobatik“. Und das ist auch ein Vermögen, das angesichts der Unklarheiten und Unvorhersehbarkeiten, die mit der gegenwärtigen Situation einhergehen, den Menschen abverlangt wird: Eine gewisse – wenn auch ungewollte – Akrobatik.

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#3 Plakatset
Roman Klug
"gefühlsecht" – an emoji diary
April 2019 : April 2020


Seit März 2019 malt Roman Klug jeden Tag ein "Emoji", das seine momentane Gefühlslage widerspiegelt. Diese emotionale Selbstbefragung knüpft an den aktuellen, inflationären Gebrauch von Emojis in Social Media-Kommunikation an. Dem Gebrauch der vordefinierten Symbole setzt der Künstler eine individuelle Bildsprache entgegen, die von fernöstlicher Kalligraphie inspiriert ist. Nun ist es besonders interessant geworden, die Tage aus einem der letzten Monate mit dem Vorjahr zu vergleichen.

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#2 Plakatset
Erwin Polanc
aus dem Langzeitprojekt Mago Über Verritt
2020


Diese beiden Plakatsujets sind Werke von Erwin Polanc. Sie sind Teil einer umfangreichen Serie von Fotografien mit dem Titel Mago Über Verritt, an welcher der Künstler seit 2014 arbeitet. Das Sehen und die Wahrnehmung der Dinge sind der zentrale Gegenstand dieser Arbeiten. Dabei können auch so unterschiedliche Motive in Beziehung treten wie das hier der Fall ist.

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#1 Plakatset
Veronika Hauer
aus dem Werk speech is to be looked at
[Sprache ist zu betrachten], 2015/2020


Die Plakatsets wechseln im dreiwöchigen Rhythmus, den Anfang macht ein Beitrag der Grazer Künstlerin Veronika Hauer. Ihre beiden Bilder sind Auskoppelungen aus einer Arbeit, die den Titel speech is to be looked at [Sprache ist zu betrachten] trägt. Sie zeigt uns verschiedene Zeichnungen, deren Motive leicht einem Begriff zugeordnet werden können. Damit führt sie vor, wie Denkvorgänge funktionieren und wie Menschen bestrebt sind, alles um sich herum zu- und einzuordnen. Hier sind es jedoch nicht die Hände, die man an dieser Stelle erwarten würde.

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