Foto: Pia Fronia

 

 

 

 


Garten der Zeitläufe
Was können wir mit den Kreisläufen
des Lebens auf einer Schulwiese lernen?

Gartenprojekt und offener Lernraum im Rahmen von
Bad Ischl Salzkammergut Kulturhauptstadt Europa 2024

Eröffnung: Ende Juni 2024
Ort: HLW Bad Ischl

 


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Von 2022 bis 2024 wird auf dem Gelände der HLW Bad Ischl ein semesterbegleitender, künstlerisch-pädagogischer Prozess und Freiluft-Lernraum in Szene gesetzt. Die Künstlerinnen Daniela Brasil und Sophie Krier entwickeln den Garten der Zeitläufe im Dialog mit Lehrenden, Schüler:innen und dem Vorhaben verbundenen Expert:innen und Initiativen. Das Projekt wird vom < rotor > Zentrum für zeitgenössische Kunst im Rahmen von Bad Ischl Salzkammergut Kulturhauptstadt Europas 2024 realisiert.

Über das Projekt
Als Küchenwiese wird das Außengelände bezeichnet, das sich zwischen einem der Schulgebäude und dem Sissi-Park befindet, der wiederum ans Ufer von Kaltenbach und Traun grenzt. Welche Lernformen und -methoden können auf einem Grundstück stattfinden? Welche (vergangenen und zukünftigen) Lebensformen kann es ermöglichen, bewahren und ihnen eine Stimme geben? Kann es ein Raum für die kollektive Selbstverwirklichung einer Schulgemeinschaft werden?


Ausgehend vom Begriff der Fürsorge, der in der Ausbildung an der HLW (Höhere Lehranstalt für soziale und wirtschaftliche Berufe) eine zentrale Rolle spielt, geht es im Garten der Zeitläufe darum, unsere Beziehung zur Erd-Zeit wieder herzustellen, die als Zeit verstanden wird, in der wir uns neu fokussieren und regenerieren können – als Gegenpart zur Zeit der reinen Produktivität.
Im Garten können Beziehungen zur Pflanzen-, Tier-, Mineral- und Ahnenwelt (wieder) hergestellt werden, jenseits gewohnter Zeiträume und Wahrnehmungsvermögen. Was verstehen wir unter der Zeit der Schule, der Zeit des Körpers, der Zeit des Gartens? Dem Vorhaben liegt die Intention zugrunde, sich Zeit zu nehmen für Fürsorge und Heilung, indem man sich die natürliche Zeit zu eigen macht.

Im Jahr 2022 fanden erste Gespräche unter den Projektpartnern statt. Ab 2023 nahmen Daniela Brasil und Sophie Krier mit prozessbasierten partizipatorischen Kunstformen teil, führten praktische Workshops und auf die Jahreszeiten abgestimmte Semesterübungen ein und integrierten damit ihre Kunstpraxis in den Lehrplan. Schüler:innen und Lehrer:innen wurden animiert, sich mit den Kreisläufen des Lebens zu verbinden: Sie erfuhren etwas über die Regeneration des Bodens und über mehr-als-menschliche Gefährt:innen und Verwandtschaften. Die visuelle Analyse des Bodens, beispielsweise, durchgeführt mit Hilfe einer einfachen Technik, der Chromatographie, veranschaulichte das Vorhandensein bzw. die Abwesenheit von organischem Leben im Boden auf dem Gelände des zukünftigen Gartens.

Rund um die Sommersonnenwende 2024 wird der Garten im Rahmen einer feierlichen Einweihung und einem Kulturprogramm an die Schulgemeinschaft übergeben, bei dem die Betreuer:innen, Nutzer:innen, Nachbar:innen und Partner:innen des Gartens zusammenkommen.


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Frühsommer Workshop: 28. – 30. Juni.


Im Rahmen des Frühsommer-Workshops wurde am Gelände
der Küchenwiese viel ausprobiert.



Die verschiedenen Gruppen haben geplant, gegraben, gepflanzt,
erkundet, gesammelt, dokumentiert...


Eine Gruppe arbeitete an einem Schild für den zukünftigen Garten.


Erde trifft Beton.


Eine Schülerin probiert die Funktion der Bodensonnenuhr
mit
ihrem Körper aus.


Verabschiedung von der alten Linde, die im Laufe des Sommers

gefällt werden musste,
da sie im Inneren schadhaft war.


Gemeinsam wurde auf der Küchenwiese intensiv über den zukünftigen Garten nachgedacht.


Ausprobieren des Raumbedarfs für ein zukünftiges Klassenzimmer unter freiem Himmel.


Es wurden Gemüsepflänzchen gesetzt, deren Ertrag später in der Schulküche
der HLW verwendet werden sollte.


Um sicherzustellen, dass die Pflanzen im Sommer gut wachsen, wurde ein automatisches
Bewässerungssystem installiert.

Spätsommer Workshop: 13. – 14. September


Während des Sommers ist im Garten viel gewachsen. Es ist auch viel gestorben. Ein Teil des
Workshops bestand darin, dies zu beobachten.


Frisch geernteter Mangold.


Das Hügelbeet nach der erfolgten Ernte.


Die Schüler:innen bereiteten unter Anleitung der Küchenlehrerinnen der Schule saisonale
Gerichte mit Gemüse aus dem Garten zu.


Es gab Aufstriche, Salate, Getränke und anderes Leckeres.


Das gemeinsame Essen der vorbereiteten Mahlzeiten war eine
Gelegenheit, Zeit miteinander zu verbringen.


Im Garten wurden Teile der alten Linde im Bereich der künftigen Totholzecke aufgestellt.


Die Künstlerinnen Sophie Krier und Daniela Brasil besprachen mit den Schüler:innen
die Entwürfe für den Garten der Zeitläufe.


Gemeinsam wurden Bilder und Pläne betrachtet und angeregt diskutiert.


Daniela Brasil und Sophie Krier.
Alle Fotos: Pia Fronia


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Credits

Der Garten der Zeitläufe wird von Daniela Brasil & Sophie Krier künstlerisch umgesetzt und entsteht in enger Zusammenarbeit mit engagierten Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern der HLW Bad Ischl und zahlreichen.
Projektpartner:innen aus der Region und darüber hinaus. Das Projekt wurde initiiert von Birgit Lurz, Anton Lederer, Margarethe Makovec, Rainer Posch, Karl Rossmann, Wolfgang Schlag und wird produziert von < rotor > Zentrum für zeitgenössische Kunst im Rahmen von Bad Ischl Salzkammergut Kulturhauptstadt Europas 2024.



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