Ein Kunst- und Kulturprojekt zu Konvivialität
in der Nachbarschaft des Grazer Annenviertels
und darüber hinaus

Ab April 2021 im Rahmen des Grazer Kulturjahrs 2020

Wie ensteht eigentlich ein „Wir“? Welche Beziehungen und Netzwerke stehen in einem Stadtteil dahinter? Wodurch wird Konvivialität gefördert, ein auf Beziehungen und Zusammenarbeit basierendes Zusammenleben?

Das Kunst- und Kulturprojekt Die Schule des Wir findet im Umfeld des Annenviertels an fünf Plätzen sowie in den Räumlichkeiten des Kunstzentrums < rotor > statt. Im Freien gestalten Künstler*innen an jedem der Orte „Inseln des Verweilens“. Sie werden allen Grazer*innen und Gästen der Stadt zur Verwendung angeboten. Als Sitzmöbel, Liegefläche, für Picknicks, um Freunde*innen zu treffen, als Spiellandschaft. Es werden Orte des Aufenthalts entstehen, des Zusammenkommens, des Müßiggangs, aber auch der Reflexion, der Inspiration oder einfach der Entspannung – und sobald es wieder möglich ist auch Orte für organisierte Veranstaltungen!


Entwurf von studio ASYNCHROME für das Projekt "wir senden weiter..." am Metahofspitz

Die Schule des Wir ist von zahlreichen Denker*innen und Praktiker*innen inspiriert. An dieser Stelle soll vor allem der Berliner Matthias Heyden genannt werden, der in einem Text über städtisches Gemeinschaffen die Formulierung ,Schule‘ des Wir eingeführt hat. Das Nachdenken über Gemeingüter und Gemeinwesen in der Stadt jenseits aller Logik von Markt und Staat führt dann auch weiter zu Comunalidad. Dabei handelt es sich um einen im Kollektiv von indigenen Intellektuellen aus Mexiko geprägter Begriff, der beides zusammenfasst, also die Gemeingüter, auch als Commons bezeichnet, und das Gemeinwesen. Nun ist es kein Zufall, dass ein weiterer maßgeblicher Terminus seinen Ursprung auch in Mexiko hat, die schon erwähnte Konvivialität. Schließlich wurden in dem lateinamerikanischen Land verschiedene zukunftsweisende Formen des Zusammenlebens entwickelt, die auf die ganze Welt ausstrahlen.


Übung während eines Round Tables zur Projektvorbereitung (Foto: Karin Lernbeiß)

In den Räumlichkeiten von < rotor > in der Volksgartenstraße werden im Rahmen von Die Schule des Wir von Künstler*innen gestaltete Räume zu sehen, oder besser, zu erfahren sein. Denn es wird ein besonderes Augenmerk auf die Wahrnehmung durch alle Sinne gelegt, von denen einige in Zeiten der Pandemie zurückgedrängt worden sind.

Die Schule des Wir ist als eine Sphäre des Lernens, Verlernens und Weiterlernens konzipiert. Das Nachdenken über und Experimentieren mit solidarischen Formen des Zusammenlebens soll die Horizonte des Vorstellbaren erweitern. Und das geschieht in einer Zeit, die von Umbrüchen und Unvorhersehbarkeiten geprägt ist. Die Schule des Wir bezieht sich angesichts dessen auf Modelle, die das Unerwartete neben dem Eindeutigen und Definierten als gestaltendes Element auftauchen lassen.


Arbeit an der Ausstellungsgestaltung im < rotor > (Collage: Daniela Brasil)

Involvierte Künstler*innen:
Nayari Castillo, Aleksandra Czerniawska, Catherine Grau / Zoe Kreye,
Grossi Maglioni, Karin Lernbeiß, minipogon, Nikolay Oleynikov,
Eliana Otta, RESANITA, studio ASYNCHROME
u.a.

Projektkonzeption:
Daniela Brasil, Alessandra Pomarico, Margarethe Makovec & Anton Lederer
und zahlreiche Ideengeber*innen bei Nachdenkrunden, Round Tables und Gesprächen in der Nachbarschaft .

Ab Ende April 2021 im < rotor >, Volksgartenstraße 6a, 8020 Graz.
Ab Mai 2021 am Marienplatz, Lendplatz, vor dem Orpheum, am Metahofspitz und am Platz der Begegnung – alle in der Nachbarschaft des Annenviertels, 8020 Graz.

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Dokumentationen aus der Projektvorbereitung

Nachdenkrunde 1, 11.12.2019

Nachdenkrunde 2, 15.1.2020

Nachdenkrunde 3, 4.3.2020

Nachdenkrunde 4, 30.11.2020

Recherche Nikolay Oleynikov, Jšnner 2020

Recherche Eliana Otta, Jšnner 2020

Recherche minipogon, Jšn./Feb. 2020

Recherche Aleksandra Czerniawska, Februar 2020

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